SIDE - SELIMIYE 2020
67 Fotos von Heinz Albers



Side ist einer von 106 Stadtvierteln (türkisch Mahalle) im Landkreis Manavgat, der wiederum zur Provinz Antalya gehört. Diese Provinz ist wegen ihrer Strände an der 630 km langen Mittelmeerküste und seines einladenden Klimas ein beliebtes Touristenziel.

Vom 18.02.2020 an wollten wir sechs Wochen in Side verbringen. Leider mussten wir schon nach 31 Tagen, also am 20.03.2020, wegen der Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus die Rückreise antreten. Am 20./21. März verkehrten die letzten Flugzeuge in Richtung Deutschland, während aus Ländern der EU bereits eine Woche zuvor kein Flugzeug in der Türkei mehr landen durfte. Viele Hotels schlossen, das Personal wurde entlassen, den Geschäften fehlte die Kundschaft. Ein gewaltiges Desaster für die vielen Menschen, die vom Tourismus abhängig sind. Das soziale Netz ist dünn!
So hieß es für uns in den nächtlichen Morgenstunden des 20. März:
um 2:00 Uhr Ortszeit kleines Frühstück,
um 2:30 Uhr Transfer nach Antalya,
um 7:17 Uhr Start mit Corendon-Flug CAI 5407.
Nach einer Flugzeit von 3 Stunden und 20 Minuten landeten wir um 8:37 Uhr etwas vor Plan in Düsseldorf.

Von unserem Reiseveranstalter alltours wurde uns am 07.04.2020 ein Betrag in Höhe von ca. 52 € für jeden ausgefallenen Urlaubstag erstattet.

Zuvor waren wir im April 2016 in dieser Gegend. Eine Beschreibung aus dem Jahre 2016 sehen Sie hier.

Das historische Side (altgriechisch Σιδη) war vor etwa 2700 Jahren ein einflussreicher Ort mit griechischen Wurzeln im Süden der Türkei. Er galt einst als die wichtigste und reichste Stadt an der Küste, die wir heute die "türkische Riviera" nennen. Side war ein Zentrum des Handels und der Kultur.
Der Wohlstand aber währte nicht dauerhaft: Fremde Mächte (u.a. aus Ägypten, Pergamon und Byzanz) gewannen an Einfluss. Im 7. Jahrhundert litt die komplette Küstenregion des Südens plötzlich unter kriegsähnlichen Piratenangriffen der Perser. Im 7. und 9. Jh. gaben verheerende Erdbeben der Stadt den Rest: Side verschwand brennend im Sand der allgegenwärtigen Dünen.
Das besser gesicherte Antalya übernahm die Bewohner und gemeinsam mit dem östlich gelegenen Alanya teilte man sich die wirtschaftliche Rolle Sides. Später ließen sich in der Gegend u.a. Sklavenhändler mit ihren afrikanischen Märtyrern und arabische Seeräuber nieder. Die anatolischen Seldschuken zogen durch. Letztendlich war das Osmanische Reich von 1391 bis 1922 der neuen Besitzer des trostlos verödeten Landstriches.

Aus Kreta vertriebene Türken gründeten erst Anfang des 20. Jahrhunderts jenes uns heute so bekannte Fischerdorf und gaben ihm den Namen Selimiye. Es ist folglich erst knapp hundert Jahre alt.
Ursache dieser unfreiwilligen Völkerwanderung war, dass es in den Jahren 1922 und 1923 ein Austausch der griechischen und türkischen Volksstämme gab: 500.000 Türken mussten Griechenland und 1.250.000 Griechen mussten die Türkei verlassen. (Mehr zu dem Thema finden Sie hier.)

Der Kern der neuen Ortschaft, auf den Trümmern der alten Ansiedlung errichtet, heißt eigentlich Selimiye. Jedermann sagt aber "Side". Wir auch, denn Selimiye werden Sie auf keinem Ortsschild finden. Seit 1947 graben türkische Archäologen dort nach Schätzen der Vergangenheit. Sie bemühten sich sogar, das kleine Städtchen zu verlegen, was scheiterte. Um 1970 kamen die ersten Badegäste. Das Resultat ist Ihnen bekannt.
Außer den großflächigen Hinterlassenschaften der "alten Römer", dem imposanten Theater und einem Museum sind in dem Ort überwiegend Einrichtungen vorhanden, die für den Tourismus geschaffen worden sind. Dazu zählen auch die zahlreichen Hotelbauten um den Fluss Manavgat.
Millionen Urlauber tummeln sich jährlich in der Umgebung Sides, und zwar überwiegend während der Ferienzeiten und in den heißen Sommermonaten. Der historische Ort Side dient dabei als Ziel für kurze Ausflüge. Die attraktiven Ruinen aus vergangenen Zeiten sind markante Sehenswürdigkeiten. Sie bieten einen netten Kontrast zu den oft rappelvollen Stränden an den Hotels. Die zahlreichen Geschäfte und Restaurants werden gerne aufgesucht, obwohl dort die Preise für türkische Verhältnisse oft exorbitant hoch sind.
Gegenwärtig werden die Strandregionen westlich und östlich der antiken Stadt auch als "Side" bezeichnet. Das ist geografisch nicht korrekt, lässt sich unter diesem Namen aber viel besser an die Touristen vermarkten. Wer seinen Erholungsurlaub in Side verbrachte, der musste nicht zwangsläufig auch in Side gewesen sein.

Unser Hotel war das ***** Side Star Beach.
Es liegt wohltuend am Anfang einer Hotelzone, die sich in Richtung Westen über Evren, Ilıca-Kumköy, wo das einfachere Publikum absteigt, bis nach Evrenseki und Çolaklı über eine Strecke von 12 km ausbreitet.
Das Side Star Beach ist wegen seiner exponierten Lage nur etwa anderthalb Kilometer von dem markanten Wahrzeichen der Side-Halbinsel, den hoch aufragenden fünf marmornen Säulen des einstigen Apollontempels, entfernt. In etwa zwanzig Minuten hat man ihn flotten Fußes über den an der Küste entlangführenden Promenadenweg und durch die Fußgängerzone in der interessanten Stadt am Meer erreicht.

(Hier ist ein moderner Plan des antiken Side, wie er z.B. an Bauzäunen zu sehen ist.)

Auf der anderen Seite, Richtung Osten, beginnt das eigentliche Hotelwuchern erst in Okurcalar, um sich bis auf einige Unterbrechungen bis nach Alanya fortzusetzen.

Die Ausflüge ab Side ins Taurusgebirge empfehlen wir bei einem der vielen örtlichen "Reisebüros" zu buchen (im näheren Bereich unseres Hotels gibt es mindestens vier davon). Sie sind durchweg seriös, in der Regel auch deutschsprachig und bei identischer Leistung deutlich billiger als das von den Reiseleitern vermittelte Angebot. Ein Versicherungsschutz ist obligatorisch. Die örtlichen Agenturen haben ferner den Vorteil, tagsüber stets präsent zu sein, beispielsweise wegen einer Rückfrage oder einer Reklamation, während die Reiseleiter manchmal nur wegen des Verkaufs von Ausflügen im Hotel erscheinen, um danach auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden; bestenfalls hinterlassen sie Ihnen eine Handy-Rufnummer - wie es uns geschehen war.

Das Side Star Beach ist ein Hotel mit einem sehr gepflegten Ambiente, direkter Strandlage und mit einer hervorragenden Küche. Allerdings sind die Zimmer recht klein. Ausgleichend dazu erlebt man die geschmackvoll gestalteten Aufenthaltsbereiche mit bequemen und verschiedenartigen Polstergruppen, die zum Verweilen einladen. Innerhalb des Hotels herrscht Rauchverbot.
Das umfangreiche Spa- und Wellness-Center, eine Bücherei, ein beheizbares internes Schwimmbad, einige Bars und Shops, zwei Swimmingpools (davon ein kleiner für Kinder), mehrere Terrassen, der Strand, ein Promenadencafé, eine große rustikale Gartenwirtschaft, vom Hotel angebotene Programme und Aktivitäten und mehr helfen, Kontakte zu knüpfen, sich zu entspannen und somit einer möglichen Langeweile vorzubeugen.
Als angenehm haben wir es empfunden, dass von der Geräuschkulisse der abendlichen Animation nur der Gast etwas mitbekommt, der sich bewusst in dem entsprechenden Veranstaltungsraum aufhält; wie auch das komplette Hotel sehr schallgedämpft ist, was auch für die Zimmer der ca. 400 Gäste gilt.
Die Getränke werden immer nur in Gläsern und am Platz serviert. Das gilt auch für den Außenbereich. Das Personal ist freundlich, sauber, fleißig, aufmerksam und spricht hinreichend bis gut deutsch. Es freut sich natürlich nach getaner Arbeit über ein Bakschisch, erwartet oder verlangt es aber niemals.

Am Rande: Nie zuvor in unserem Leben waren wir von derart vielen extrem adipösen (>120 kg) Frauen und Männern umgeben wie in diesem Hotel. Dem Vernehmen nach sollen es überwiegend  Stammgäste gewesen sein. Das änderte sich Anfang März, als jüngere und schlankere Gäste einzogen und die "Vollschlanken" reichlich kalorienversorgt nach und nach abreisten. Fortan galt ich mit meinen knapp 90 kg und 180 cm nicht mehr als ausgemergelter Hungerleider.

Klicken Sie auf die kleinen Fotos, um sie vergrößert darzustellen und die Bildbeschreibungen lesen zu können. Die Auflösung der Bilder beträgt in der Regel 1600x1200px. Daher empfehle ich die Betrachtung mit einem Tablet oder Monitor.


Fotos und Texte © Heinz Albers
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