Zisterne von Istanbul

Die Zisterne
von Istanbul

Sie wird auch Cisterna Basilica, Yerebatan Sarnıcı oder Yerebatan Sarayı genannt.

Im 6. Jh. wurde sie unter Kaiser Justinian I. errichtet, um die Wasserversorgung auch des Palastes sicherzustellen. Das Wasser kam über Aquädukte geleitet aus den Bergen. Reste dieser Wasserleitung sind heute noch zu sehen (z. B. der Valens Aquädukt am Atatürk Boulevard). Es gab einmal Dutzende dieser Wasserspeicher in der Stadt. Romantiker unter den vielen Besuchern haben schnell den Begriff "Versunkener Palast" geprägt. Damit hat der Speicher nun wirklich nichts zu tun. Oberhalb der Zisterne befand sich einst eine große Basilika. Angeblich waren 7000 Sklaven für den Bau der Zisterne im Einsatz.

"Konstantinopel ist auf einer felsigen, vom Meer umspülten Höhe erbaut; die Brunnen, welche man dort gegraben, geben sämmtlich nur wenig und bittern Zufluß. Das Trinkwasser für mehr als eine halbe Million Menschen, die nichts als Wasser trinken, der ungeheure Bedarf für die vielen Bäder, für die Moscheen und für die fünf täglichen Waschungen, welche die Religion jedem Muselmanne vorschreibt, mußte daher von außerhalb herbeigeführt werden." Das schrieb am 20.10.1836 Helmuth von Moltke, der für Preußen im Dienste des Sultans stand, in einem Brief.

Die Zisterne hatte ein Fassungvermögen von ca. 100.000 Tonnen Wasser und maß etwa 141 x 66,5 m. Die Backsteinkonstruktion wurde von 336 Marmorsäulen gestützt. Jetzt ist der Wasserstand nur etwa 30 Zentimeter hoch, Fische können beobachtet werden.
Noch heute wird das Wasser aus den nahen Belgrader Bergen und vielen anderen Gebieten in die Stadt geführt, mit dem Unterschied, dass gegenwärtig mehr als 15 Millionen Menschen und zahlreiche Industriebetriebe auf einer Fläche von 5.460 qkm zuverlässig versorgt werden müssen.

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Cisterna Basilica (türk.: Yerebatan Sarnici) Basilika Zisterne
Die Zisterne Stützstreben geben statische Sicherheit
Fische Die Deckenkonstruktion der Zisterne
Stimmungsvolle Beleuchtung 336 Pfeiler tragen das Gewölbe
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Alle Fotos und Texte © Heinz Albers

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