Milet -
antike Stadt in Kleinasien

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Das Amphitheater, imposanter Bau in Milet Theater von Milet. In 54 Reihen fanden 20.000 Menschen Platz Blick von Theater in Richtung Osten auf die Berge Vom Theater sieht man die braune Kuppel der Moschee von Milet
Theater und die Byzantinische Zitadelle, die sich hinter den obersten Rängen des Theaters erhebt Ilyas Bey Moschee, Milet, wurde im 15. Jahrhundert errichtet Nördliche Agora, Milet. Zentrum der hellenistisch-römischen Stadt Ionische Säulen deer Agora im Grundwasser des Mäander
Milet im Frühling. Auf den etwa 15 km entfernten Bergen liegen noch Eis und Schnee Milet -Faustina Thermen. Die Ruinen der weitläufigen Anlage Theater von Milet, gesehen von den Faustina Thermen, vorbei an einer Reisegruppe Faustina Thermen, Miletus, stellen heute eine große Ruinenanlage dar
Milet, Faustina Thermen, Kaltwasserbad Faustina Therme in Milet, Kaltwasserbad Frigidarium mit Steinlöwe Milet: Faustina Thermen, Torbögen. Imposant und fragil Durchgang zu den Warmbädern von Milet
Faustina Thermen in Milet. Nicht Vertrauen erweckende Zugänge Passt! Statisch einwandfreier Zugang zu den Thermen. Oder? Ruine in Milet. Nicht alles überdauerte die Jahrtausende Milet: Zwischen uralten Olivenbäumen ein noch älterer Steinquader

Milet und die Wissenschaft

Milet war bereits vor 6000 Jahren bewohnt. Aber erst nach der Besiedelung durch die Ionier im Jahre 1000 vor unserer Zeitrechnung wurde Milet zum Zentrum des Handels und zu einer der wichtigsten Städte der Welt.

Milet gründete Kolonien am Schwarzen Meer und bis nach Ägypten; die französische Stadt Marseille ist eine Gründung von Milet. Der Reichtum der Stadt beruhte in erster Linie auf Handel. Der einzige Gott, der damals hier etwas zählte, war Gott Mammon.
Wie die rechte Schwurhand ragte während dieser Zeit die Halbinsel Milet in das Ägäische Meer. Zwei große Häfen, einer unmittelbar am Theater, bot Platz für Schiffe aus allen Ländern der damaligen Welt.
Hippodamos: Stadtplan von Milet 479 v. Chr.
Stadtplan des Hippodamos, 479 v. Chr.

Von Milet führte eine 15 km lange Prozessionsstraße nach Didyma, in der sich das Orakelheiligtum des Apollon befand. Aber Reichtum und Wohlstand wecken Begehrlichkeiten. So wurde Milet von den Horden des Persers Darius dem Erdboden gleichgemacht. Die meisten Milesier wurden getötet oder in die Sklaverei verschleppt; die Schätze Didymas wurden geraubt, die Stadt in Brand gesteckt. In Athen wurde eingedenk des Verlustes von Milet von Phrynichos ein Schauspiel gedichtet, "Die Eroberung von Milet". Als alle Zuschauer in Tränen ausbrachen, wurde der Autor mit tausend Drachmen bestraft. Es wurde jedermann verboten, dieses Schauspiel jemals wieder aufzuführen. (Herodot VI. 21)
Die Stadt Milet wurde wieder aufgebaut, und die Straßen wurden erstmals in einem Schachbrettmuster angelegt, dessen Erfinder der Milesier Hippodamos war. Die Stadt Milet erreichte jedoch nie wieder die Bedeutung, die sie zuvor inne hatte, da Ephesos als neues Zentrum auserkoren war.
Ein prunkvolles Bauwerk Milets aus dem 2. Jh. n. Chr., das sogenannte Markttor, befindet sich im Pergamonmuseum in Berlin.

Und weiteres Unheil erreichte die Stadt: Der Fluss Mäander bewirkte durch das Heranführen von Sedimenten die Verlandung von Milets Häfen und der kompletten alten Küstenlinien. (Einzelheiten dazu siehe unter dem Artikel Priene.)
Über die Jahrhunderte ist so aus einer Weltstadt mit einst großen Seehäfen ein betuliches Landdorf geworden. Die Meeresküste ist heute etwa sieben Kilometer weit entfernt.

Gegenwärtig haben sich am Rande des historischen Milets Händler niedergelassen. Man lebt vom Tourismus.
Milet - Saftladen von Frau Akije Frau Akije verkaufte uns frisch gepressten, leckeren Saft.  
Nebenan gab es diese Souvenirs: eigenartige Souvenirs in Milet

Thales war der berühmteste Milesier. Er war der erste, der die Lösung der Geheimnisse der Welt nicht mehr den "Göttern" überließ. Er sagte den Menschen von Milet die Sonnenfinsternis vom 28. Mai 585 v. Chr. voraus. Er berechnete die Höhe der Pyramiden über die Schattenlänge und teilte das Jahr in 365 Tage ein. Thales war Mathematiker ("Satz des Thales") und gilt als Begründer der Philosophie und der Wissenschaft. Er hinterließ keine Schriften und keine Kinder (laut Diogenes "aus Liebe zu den Kindern").
Der große Anaximander war Thales' Schüler. Beide, Thales und Anaximander, waren aber noch der irrigen Meinung, dass die Erde eine Scheibe sei und auf ihr das Halbrund des Himmels throne. Dass die Welt aus Wasser bestand lehrte Thales, während ein anderer berühmter Milesier, Anaximenes, behauptete, sie bestehe aus Luft. Thales starb 78-jährig als Zuschauer bei einer Veranstaltung im Stadion von Milet.
Zu erwähnen ist noch Hekataios, ein Geograph, der von 560 bis 480 v. Chr lebte, der als einer der ersten Forschungsreisenden gilt. Er wird auch als Begründer der Geschichtsschreibung bezeichnet. Das älteste noch erhaltene abendländische "Buch" trägt den Titel "Perser". Geschrieben wurde es von Timotheos von Milet (* um 450 v. Chr., † 360). Die Papyrusrollen befinden sich im Ägyptischen Museum in Berlin.

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Texte und Fotos © Heinz Albers

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