Kuba -

Insel des Lichts

Auszug aus dem Reisebericht von Heinz Albers 

(Den vollständigen Bericht können Sie in meinem Buch lesen)



In meinem Sessel sitzend rauche ich genüsslich eine Romeo y Julieta namens "Churchill", habe mich zurückgelehnt, unnötiges Licht gelöscht und genieße diese duftende kubanische Köstlichkeit, die einmalig ist auf der Welt. Durch halbgeöffnete Lider beobachte ich den Rauch, nachdem er meinen Geschmacksnerven abenteuerliche Genüsse wie nach altem Port oder frischen Früchten und all den dazwischen liegenden Nuancen bereitet hat. Aus den Lautsprechern tönt leise Musik mit Titeln, die "Guantanamera", "Son de la Loma", "Yolanda" und "Hasta Siempre" heißen. Die Töne entführen mich, gleichsam wie der Rauch der Zigarre sich verflüchtigt, nach und nach zurück zu dieser unwiderstehlichen Insel des Lichts - Cuba.

Wollen Sie, liebe Leserin und lieber Leser, mit mir kommen? Dann fassen Sie meine Hände, schließen Sie die Augen, lassen Sie sich fallen und sich verzaubern von einem karibischen Traum - Cuba. Nirgends in der Karibik werden Sie freundlichere Menschen treffen, keine Stadt dieser Region ist so großartig wie Havana, die Lebenslust kann nicht überwältigender sein wie hier; die Hitze ist unvergleichlich, der Mangel allgegenwärtig - Cuba.


Wenn wir in Holguin gelandet sind und mit dem Bus den vierstündigen Transfer zu unserem Hotel "Los Corales", gut 40 Kilometer östlich von Santiago de Cuba gelegen, unternehmen, wird uns auf der einzigen Autobahn des Landes auffallen, dass auf ihr mehr Radfahrer und Fußgänger als Autos unterwegs sind. Aus dem Busfenster sehen wir die hügelige Landschaft, gelegentlich wird der Blick versperrt durch große Reklametafeln mit dem Bild Ché Guevaras und dem Aufdruck "Hasta la victoria siempre". In einer kleinen Stadt machen wir eine kurze Pause. Sollten Sie Raucher sein, werden Sie nun ein ernstes Problem haben. Wohin mit der Kippe? Es ist alles derart sauber, dass man keinen Flecken finden kann, an dem eine Kippe unauffällig entsorgt werden oder sich zu anderen gesellen könnte. Ich habe meine mit dem Schuh ausgedrückt und den Rest in meine Hosentasche gesteckt und sie mit ins Hotel genommen.

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Das in einem schönen Park gelegene Hotel Los Corales mit seinen Bungalows ist in Ordnung. Wie alles auf Cuba ist es sehr sauber und gepflegt. Das Bedienungspersonal und das Animationsteam sind herzlich, freundlich und gut ausgebildet, kompetent. Die Badebucht bietet sauberes, warmes Wasser, das draußen durch ein Korallenriff gedämpft nur mit zierlichen Wellen schüchtern den schmalen Sandstrand besucht. Gelegentlich findet man in Strandnähe abgebrochene Korallen. Darum ziehen wir uns zur Vorsicht Badeschuhe über, bevor wir ins Wasser gehen. Auf Strandverkäufer warten wir hier vergebens. Unmittelbar am Strand ist eine kleine Giftbude. Hier bekommen wir von Roberto Getränke gemixt, die wir reichlich - Stichwort alles inklusive - zu uns nehmen. Da wir uns auf der absoluten Sonnenseite Cubas befinden, ist es sehr heiß und es regnet weniger als in den anderen Landesteilen. Abends treffen wir uns an der Freilichtbühne und lassen uns mit gelungenen Shows und Musik unterhalten.
In dieser Gegend ist Geschichte gemacht worden. Der Sieg der Revolution wurde in Santiago de Cuba verkündet, und schon 50 Kilometer östlich beginnt der amerikanische Stützpunkt Guantanamo.


Santiago de Cuba, ehemalige Hauptstadt Cubas, steht in einem ständigen Wettstreit mit Havana. Eifersüchtig achten die Städte auf Gleichbehandlung. Was in Havana gebaut wird, muss größer, höher, breiter sein als sein Pendant in Santiago. Umgekehrt verhält es sich aber genauso. Die Landepiste des Flughafens in Santiago, sie wurde später als die in Havana gebaut, ist nur aus diesem Grund fünf Meter länger als die der Hauptstadt. Daher hat das (ältere) Theater von Santiago genau einen Platz weniger als das (neuere) in Havana. Ein Besuch Santiagos ist Pflicht! Man sollte sich mindestens die Festung, den Friedhof(!) mit seinen prächtigen Grabmalen (Barcadi, Marti), die Kathedrale und das Rathaus ansehen. Von der Dachterrasse des alten Nobelhotels "Casa Granda" haben Sie einen sehr schönen Blick auf die Kathedrale, das Rathaus und über Santiago bis hinunter zum Karibischen Meer. Etwas außerhalb Santiagos sehen wir uns die Moncada-Kaserne an.

Sollten Sie abends in dieser Stadt sein, dann folgen Sie Ihren Ohren. Gehen Sie in eine der vielen Kneipen mit kubanischer Musik und erleben Sie diese einzigartige Atmosphäre. Haben Sie keine Angst um Ihr Geld. Nepp und Betrug sind hier noch unbekannt und Diebe haben Sie nicht zu fürchten. Cuba gilt als vermutlich das sicherste Reiseland der Welt. Bestimmt gehen Sie auch einmal in eines dieser großen, halbleeren Geschäfte. Dort sehen Sie eventuell eine große Vitrine, in der eine einzige Schraube ausgestellt ist. Die ist vorhanden und die und nicht mehr können Sie kaufen. Der Kubaner kann es wahrscheinlich eher nicht, weil er sie nicht bezahlen kann. Denn es wird im ganzen Land der Mangel offenkundig. Wer keine US-Dollars oder Euros hat, der ist zu bedauern. Ein Arzt verdient monatlich um die 20 Dollar. Ein kleines Töpfchen Farbe kostet 10 Dollar. Dieses sollten Sie wissen und ständig bedenken, wenn Sie sich über die Höhe eines Trinkgeldes Sorgen machen und Ihr Geiz einmal mehr Oberhand gewinnen will. Es ist durchaus möglich, dass Ihr Barkeeper Atomphysik studiert hat. In einem Resort bei Guardalavarca sollen 80 Prozent des Personals Akademiker mit abgeschlossenem Universitätsstudium sein.


Die Umgebung von Los Corales, der Bacanao-Nationalpark, lädt zu Spaziergängen ein. In der Nachbarschaft gibt es ein Delphinarium und einen Saurierpark. An der einzigen Straße befindet sich kein Bürgersteig. Sie müssen sich aber nicht davor fürchten, von einem Auto angefahren zu werden; vermutlich werden Sie gar keins sehen. Autos sind auf Cuba rar. Die Rohrleitungen, die Sie links und rechts von der Straße sehen, sind Wasserleitungen, die auch unser Hotel versorgen. Nehmen Sie sich trotzdem unbedingt etwas zu trinken mit, unterwegs werden Sie nichts bekommen und auf einen Rohrbruch können Sie nicht hoffen. Werden Sie auch die vielen Schmetterlinge bemerken, die es überall auf Cuba gibt?

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Fliegen Sie mit nach Havana, dieser Krone der Karibik? Gut! Und Mut gefasst! Iljuschin und Antonow sind die Zauberworte, die uns die Haare zu Berge stehen lassen. Diese betagten Maschinen überbrücken die 800 Kilometer von Santiago nach Havana in knapp zwei Stunden. Der Zug braucht dafür ungefähr vierundzwanzig. Ein klappriges Auto gäbe es, das notwendige Benzin gibt es aber nicht. Wir hatten damals einen Flug für den 16.07.1997 gebucht, weil der ursprünglich von uns geplante vom 12. ausgebucht war. Das war gut so. Denn diese Maschine stürzte ab und liegt nun mit 44 Menschen tief auf dem Grund des Meeres - auch einige Gäste unseres Hotels waren dabei; wir zum Glück nicht! Ebenfalls an Bord befanden sich die Ansichtskarten, die wir geschrieben hatten und die deshalb nie ihre Empfänger erreichten. Übertriebene Sorge ist trotzdem nicht angebracht. Meines Wissens war das die letzte Flugzeugkatastrophe in Cuba. Schön, dass Sie nun mitkommen!


In Havana gelandet bemerken wir nach kurzer Zeit den großen Nachteil, den diese Stadt hat: sie liegt viel zu weit von Santiago entfernt. Ein Tagesaufenthalt, das stellt sich schnell heraus, ist viel zu wenig für diese atemberaubende Stadt, die einstmals zu den schönsten Metropolen der Welt zählte. Und das kann man heute noch nachvollziehen, obwohl der Verfall rascher als die Restaurierung fortschreitet. Dort wo renoviert wurde, ist der alte Glanz wieder allgegenwärtig. Viele der prachtvollen Paläste und Villen sind nun Museen, Restaurants oder Hotels.

In einem engen Zeitplan sind uns natürlich bei den Besichtigungen Beschränkungen auferlegt. Was schauen wir uns an? Unbedingt das Fort Castillo del Morro; es ist sehenswert, sehr gut erhalten und bietet einen schönen Blick auf Havana, den Hafen und den Malecon. Das Capitolio, ein imposanter Bau, dem Capitol Washingtons nachempfunden; das wunderschöne Theater nebenan "Garcia Lorca". Die Rambla, diese marmorne Prachtstraße. Gehen wir danach ins "Don Agamenon" essen, einem restaurierten Restaurant. Achten Sie auf Marmor, Wandfliesen und Verglasung. Halten Sie dabei Ihre Augen fest, sie fallen Ihnen sonst vielleicht aus den Höhlen. Die Kathedrale im Zentrum mit ihrem einzigartigen Vorplatz mit dem Haus der Generalkapitäne links davor darf man wirklich nicht verpassen. Auf dem Platz finden öfter kleine Märkte statt. Und, bitte sehr, sperren Sie auf ihrem weiteren Weg durch die Altstadt Ihre Ohren auf! Hören Sie die Musik? Aus allen Ecken tönt sie und Menschen tanzen und sind fröhlich bei diesen Klängen aus Salsa, Cha-Cha und Rumba. Den Rostfraß an den alten Straßenkreuzern, den Buiks, De Sotos, Plymouths, Isotas, Chevrolets und Cadillacs, sollten Sie geflissentlich übersehen. Es ist der Charme vergangener Epochen der hier sichtbar wird; aus einer Zeit, als Havana noch das Freudenhaus Amerikas war.

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Als Zwanzigjähriger hatte ich meinen ersten Kontakt mit den Büchern Ernest Hemingways, von denen er viele in Havana geschrieben hat. Der Nobelpreisträger für Literatur (1899 - 1961) liebte diese Stadt. In dem Hotel "Ambos Mundos", Zimmer 511, wohnte und schrieb er in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts, bevor er sich eine Finca kaufte. Sie sollten sich das Buch "Inseln im Strom" besorgen. Die Handlung spielt überwiegend in Havana. Der Roman stellt die damalige Situation der Stadt und ihrer Bewohner vortrefflich dar. Der Romanheld Thomas Hudson ist fast identisch mit Hemingway. Thomas wollen wir nun folgen, um die beiden Orte Havanas kennen zu lernen, die ich bisher nicht genannt habe: "El Floridita" und "Bodeguita del Medio". Sie brauchen sich die Namen nicht zu merken, Thomas und ich führen Sie dort hin.
Wenn Sie Hemingway kennen, wissen Sie vermutlich auch von der Geschichte, dass er zuweilen ein grandioser Saufaus gewesen sein soll. Und dieses waren seine bevorzugten Wasserlöcher, das Floridita und die Bodeguita. In Havana bevorzugte er alles Alkoholische, besonders aber den Daiquiri und den Mojito. In der Bodeguita ist unter Glas eine handschriftliche Widmung Hemingways zu lesen: "My Mojito at La Bodeguita del Medio and my Daiquiri at the Floridita". Nach heutigen Maßstäben ist das ein unbezahlbarer Werbegag. Wir betreten nun gemeinsam El Floridita, die von sich behauptet, die Wiege des Daiquiri zu sein.

Hemingway hat dieses Getränk nicht erfunden, hat aber reichlich davon konsumiert und über die eindringliche Schilderung dieses Getränks wahrscheinlich zu der weltweiten Popularität und Verbreitung beigetragen. Eine gemütliche, gepflegte Atmosphäre empfängt uns, ein in rot gehaltener Bartresen, Touristen an der Bar und an den Tischen. An den Wänden die Reliquien: Hemingway-Fotos mit damaligen Berühmtheiten. Von der Theke her sind die lauten Geräusche der Mixgeräte nicht zu überhören. Die Barmänner haben alle Hände voll zu tun. 1997 kostete ein Getränk 6 US-Dollar, was umgerechnet 10,50 DM waren. (Wissen Sie noch, was der kubanische Arzt verdient?) Ein paar Männer spielen auf ihren Gitarren und singen melancholische Lieder. Wir trinken den obligatorischen Daiquiri und finden ihn erfrischend, kalt, fruchtig und köstlich. Von dem zerstoßenen Eis hat er seine geleeartige, zähflüssige Konsistenz. Seine Zutaten bestehen aus 5cl weißen Rum, 3cl Limonensaft, 1cl Zuckersirup und Eis. Diese Ingredenzien werden entweder in einem Shaker gemischt und durch ein Sieb in ein Cocktailglas geschüttet; das ist die übliche Variante. Oder wir wählen die Zubereitung im Mixer mit sehr viel gestoßenem Eis und erhalten den Daiquiri so, wie wir ihn im Augenblick in der Floridita trinken. Lassen wir aber Hemingway erzählen, wie er ihn Thomas Hudson empfinden ließ:

"Er hatte doppelte Daiquiris getrunken, von den großen, die Constante in überfrorenen Gläsern servierte, so dass sie nicht nach Alkohol schmeckten, und wenn man sie herunterkippte, schmeckten, als führe man mit Skiern einen verschneiten Gletscher hinunter..." Und an einer anderen Stelle: "Er trank noch einen gefrorenen Daiquiri ohne Zucker, und als er das schwere, frostbeschlagene Glas hob, sah er die klare Schicht unter dem geraspelten Eis und sie erinnerte ihn ans Meer. Das geraspelte Eis sah aus wie das Kielwasser eines Schiffes, und das Klare darunter sah wie das Bugwasser aus, wenn der Steven es zerschnitt und das Schiff in flachem Wasser war..." Thomas lassen wir in der Floridita, denn wir wollen sehen, was mit Hemingway los ist.

Nach 15 bis 20 Glas von diesem Getränk machte sich Hemingway durch die höllische Hitze der Stadt auf den Weg in die Bodeguita del Medio.

Nach etwa 15 Minuten sollte er dort vermutlich angekommen sein. Es empfing ihn ein kleiner Raum, links hinter der Sprossenwand die schwarze Theke, davor einige Barhocker, rechts an der Wand ein paar kleine Tische. In der ersten Etage und nebenan gibt es weitere Räume, in denen gegessen werden kann. Unten in der Kneipe bestellte Hemingway seinen Mojito, der seinen mörderischen Durst löschte. Wegen des darin enthaltenen Wassers ist der erfrischende Mojito ein erheblicher Kontrast zu dem Daiquiri. Die Bedienung benötigt diese Zutaten: Den Saft einer Limone, ein Zweig Minze, einen Teelöffel Zucker, 6 - 8 cl weißer Rum, Sodawasser und 6 Eiswürfel. Der Limonensaft wird mit dem Zucker verrührt, bis er zum Teil gelöst ist. Der Minzespross wird ein wenig geknickt und im Limonensaft sanft leicht zerdrückt. Jetzt kommen die Eiswürfel hinzu, darüber wird das Sodawasser gegeben und mit dem Rum aufgeschüttet. Zweimal umrühren. Ahh!, das hat Ernest erfrischt! Wir bestellen uns auch einen. Das macht uns fit für den Rückflug nach Santiago de Cuba. Ernest bleibt zurück, weil er noch durstig ist.

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Kurz nach dem Start haben wir die Möglichkeit, aus dem Flugzeug auf der rechten Seite das Karibische Meer und auf der anderen Seite den Atlantischen Ozean zu sehen. Über die berühmte Schweinebucht und die bergige Küstenregion geht es dann zurück in Richtung Santiago. Wir gehen in das Restaurant "Zun Zun" und essen etwas, während im Hintergrund zwei junge Frauen Gitarren spielen und dazu einen Song von Carlos Puebla singen, "Hasta Siempre". Das schöne Lied, die heimliche Hymne Cubas, handelt von Ernesto "Ché" Guevara, der allgegenwärtig ist und uns von tausenden Plakatwänden und Häuserfronten anschaut. Annabell Ramirez Rodriguez, unsere freundliche Bedienung im Los Corales, zeigte uns ein Album mit den Bildern ihres kleinen Sohnes. Am Anfang war jedoch ein Foto des verehrten "Comandante" eingeklebt, erst dann folgten die Bilder des Kindes und der Familie. An einer Bar unseres Hotels traf ich eines Abends einen alten Kubaner, der mir stolz berichtete, mit "Tchje", so wird das Ché ausgesprochen, einst gekämpft zu haben. Als Beweis legte er mir einen 40 Jahre alten vergilbten und zerknitterten Zeitungsausschnitt vor. Und das war exakt an dem Tag, an dem man Guevaras Leichnam in Südamerika gefunden hatte, er war dort unter Beteiligung amerikanischer Regierungsbeamter gequält, ermordet und mit abgehackten Händen verscharrt worden. Ché Guevara ist in Santa Clara begraben.

Che Guevara von Heinz Albers

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Die kubanische Geschichte ist höchst interessant, die Entwicklung bis in die Gegenwart hinein ist erstaunlich. Die Revolution durch Fidel Castro hat die Insel seit fast 50 Jahren davor bewahrt, von Kriminellen Amerikas Gnaden (wie Batista auf Cuba, Pinochet in Chile, die Duvaliers auf Haiti, Noriega in Panama) ausgeplündert und ruiniert  zu werden. Dass dieses Land trotz des wirtschaftlichen Boykotts durch die von den Amerikanern gelenkten Länder der westlichen Welt immer noch überlebt, ist bewundernswert; zumal nach dem Zusammenbruch der so genannten Brüderstaaten im Ostblock jegliche Hilfe von dort ausbleibt.

Das Land braucht aber dringend demokratische Verhältnisse und einen gut entwickelten Tourismus als einzigen nennenswerten Devisenbringer, um auch weiterhin in Würde ohne Fremdherrschaft existieren zu können. Das Land braucht aber nicht amerikanische Lebensart und Politik und die üblen Folgen der Globalisierung. Wie Cuba diesen Spagat schaffen will - vor allem mit dieser Militärmacht in der Nachbarschaft - ist mir schleierhaft.

Der Gegenwert eines Cuba-Urlaubs ist entschieden höher als ein vergleichbarer Urlaub in Europa - und billiger. Also, liebe Leserin und lieber Leser, warum verbringen Sie Ihren Sommerurlaub für viel mehr Geld immer noch an der verregneten Ostseeküste bei Kurtaxe und muffigem Personal?

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Gehen wir noch einmal zusammen an den Strand, schauen uns den Sonnenuntergang an und bedenken dankbar unser Glück, das uns auf diese herrliche Tropeninsel der Großen Antillen geführt hat; wir sind froh des Lebens. Und während der letzte purpurne Schimmer unter dem Horizont verschwindet nippen wir an unserem Daiquiri, nehmen einen tiefen Zug aus einer Churchill, genießen und träumen und schweigen und sind aufgewühlt von den phantastischen Erinnerungen der vergangenen Wochen. Trotz der Hitze überläuft uns vor lauter Wohlbefinden eine leichte Gänsehaut. Ich aber werde plötzlich angesprochen und aus meinen Träumen gerissen: "Wenn du weiterhin in unserer Wohnung so qualmst, kannst du auch gleich unsere Gardine waschen! Und achte auf die Zigarrenasche! Und was machen die vielen Leute hier?" Das war meine Frau, Nichtraucherin. Und Sie gehen jetzt besser nach Hause. Es war schön mit Ihnen.

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Noch ein Satz zu der Schreibweise der Hauptstadt Kubas:

Die Kubaner schreiben sie „La Habana“, im Englischen wird sie „Havana“ und im Deutschen „Havanna“ geschrieben.



© Fotos und Text: Heinz Albers, Februar 2003, aktualisiert 2007
© für die Auszüge aus dem Roman "Inseln im Strom" von Ernest Hemingway bei Mary Hemingway, 1971

 


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